Bossi · 17. Februar 2019
Fiammae ist geboren, der Wein von Gerardo und Lapo Gondi

Das Blut verleugnet sich nicht: Gerardo und Lapo, die Söhne von Bernardo Gondi, dem Eigentümer der Tenuta Bossi im Chianti Rufina, haben ihren ersten eigenen Wein geschaffen.
Wie einst Bernardo – der 1989 erstmals den fünf Jahre zuvor gepflanzten Cabernet Sauvignon reinsortig ausbaute und damit jenen Mazzaferrata schuf, der unlängst im Mittelpunkt einer großen Vertikalverkostung zum 30-jährigen Bestehen des Weines stand – so wollten auch Gerardo und Lapo ihr Terroir nach ihrer ganz persönlichen Vorstellung vom Sangiovese interpretieren.
Er heißt Fiammae und ist ein reinsortiger Sangiovese aus Trauben einer gutseigenen Lage auf 300 Metern Höhe in Südostausrichtung. Die Besonderheit des Weines entsteht durch die etwa einmonatige Antrocknung der Hälfte der Trauben, während die andere Hälfte sogleich vinifiziert wird. Die Trauben werden im Barrique vergoren und anschließend getrennt in Barriques aus französischer Eiche ausgebaut. Für die frischen Trauben wurde ein mittelstark getoastetes Holz gewählt, für die angetrockneten hingegen ein Barrique mit strengerer, kraftvollerer Prägung. Nach 18 Monaten Ausbau wurden die Partien assembliert und der Wein gefüllt. Die Vermarktung erfolgt nach weiteren 12 Monaten Flaschenreife.
Der erste Jahrgang von Fiammae ist 2016, und es sind die „Autoren“ des Weines selbst, die Name und Entstehung erläutern. „Flammen kehren in unserer Familie immer wieder – erzählt Gerardo, Jahrgang 1982 –, denn sie sind das Zeichen des Banco Gondi, und Sangallo ließ sie auf einigen Reliefs entlang der Haupttreppe des Palazzo darstellen. Zudem heißt meine Tochter Fiammetta, ein Familienname. Es sind aber auch die Flammen, die für die Leidenschaft stehen, die mein Bruder und ich für den Wein empfinden.“
Lapo, Jahrgang 1986, erzählt, wie die Idee zu diesem Wein entstand: „Als Gerardo und ich uns 2015 entschlossen, uns mit einem neuen Wein ‚auf die Probe zu stellen‘, wurde uns sogleich klar, dass wir unterschiedliche Vorstellungen vom Sangiovese hatten. Ihm schwebte ein frischer, an Primäraromen reicher Wein vor, während ich einen kraftvolleren und strengeren wollte. Angesichts dieser zwei verschiedenen Vorstellungen half uns unser Önologe Fabrizio Moltard mit seiner langen Erfahrung, unsere beiden Seelen kunstvoll zu verschmelzen und Fiammae ins Leben zu rufen.“
Der Name, der an das Lateinische anklingt, steht im Plural, denn in der Flasche finden sich zwei Seelen und zwei Flammen: die von Gerardo und die von Lapo, vereint in der unendlichen Leidenschaft für den Sangiovese.