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Bossi · 14. März 2017

Der Vorfahr des Villa Bossi – der Rotwein im Stil des Burgunds

Maria de la Brugyère erweiterte Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur die Villa und den Keller, sondern brachte auch französisches Know-how auf das Gut. Dieses Werk, das später ihr Sohn Carlo fortführte, ermöglichte die Teilnahme an der ersten Weltausstellung Paris 1889, bei der eine ganze Reihe von Preisen errungen wurde.


Eben diese Frau, früh verwitwet, begann mit Unterstützung eines Kellermeisters aus dem Burgund Rebflächen anzulegen, nachdem sie die Böden untersucht hatte, um die besten Lagen zu finden. Sie führte die Gärung in Zementtanks ein und stellte vor allem der Erzeugung von Tischweinen in Fiaschi und von Vinsanto einen in Flaschen gefüllten Rotwein vom Typ „Bourgogne“, einen in Flaschen gefüllten Weißwein vom Typ „Sauternes“ sowie zwei Cognac-Sorten zur Seite.


Besonders interessant ist dabei der als Typ „Bourgogne“ bezeichnete Flaschenrotwein: Denn während weiterhin autochthone rote Rebsorten und insbesondere Sangiovese verwendet wurden, begann man, die Hektarerträge zu senken und den Ausbau in Kastanienholzfässern auf bis zu 36 Monate sowie mindestens 24 Monate Flaschenreife auszudehnen.


Dies ist der Vorfahr des heutigen Villa Bossi, eines Weines von großer Struktur und großem Charakter, die dem Terroir zu verdanken sind: dem Chianti Rufina. Eben deshalb galt der Chianti Rufina DOCG Riserva Villa Bossi stets als Aushängeschild des Gutes und seit jeher als sein Spitzenwein – eine strukturierte und sehr langlebige Riserva.


Mit Beginn der 1980er Jahre wurde ein kleiner Anteil Cabernet Sauvignon hinzugefügt, und 1989 wurde der Holzausbau verändert: 12 Monate im großen Eichenfass und 12 Monate in französischen Barriques zweiter Belegung.


Einige Notizen zum Chianti Rufina DOCG Riserva Villa Bossi 2011: Im Glas zeigt er sich intensiv rubinrot, mit guter Farbdichte und leichten purpurnen Reflexen. In der Nase: reife und eingekochte Brombeere, gefolgt von einer süßen, gut integrierten Würze aus Lakritz und Vanille mit balsamischen und gerösteten Nuancen. Im Ausklang zeigen sich Kakaonoten. Am Gaumen schließlich: große Struktur und großer Charakter. Die Fülle des Weines zeigt sich in der Rundheit und Persönlichkeit der Tannine; der Abgang ist lang, mit fruchtigen und mineralischen Noten und einem angenehmen Lakritzton zum Abschluss.