Die Weinberge
Drei Crus im Herzen des Chianti Rufina
Weinberg · I
Fiammae
Der Weinberg Fiammae liegt rechts der Hauptanlage der Weinberge von Marchesi Gondi im Gebiet Sottomonte, mit süd-südwestlicher Ausrichtung. 1998 wurde er ausschließlich mit Sangiovese neu bestockt, mit 4.000 Stöcken je Hektar, in Cordonerziehung mit Zapfenschnitt. Das Bodengerüst dieses Weinbergs besteht – wie im gesamten Gebiet des Chianti Rufina – aus Galestro, Kalksedimenten und Tonen.
Er unterscheidet sich merklich von den übrigen Sangiovese des Gutes, weniger wegen des verwendeten Klons, der stets lockerbeerig ist, als vielmehr, weil der steilere und besser drainierte Boden einen Sangiovese hervorbringt, der zugleich männlich und weiblich im Charakter ist.
Der Name wurzelt im Wappen des Banco Gondi, einer Diamantspitze mit Flammen, Sinnbild für Transparenz, Kraft, Beständigkeit und Leidenschaft. Der Sangiovese erreicht in diesem Weinberg florale Veilchennoten, dazu fruchtige Anklänge von Kirsche, Erdbeere und Himbeere.
Weinberg · II
Poggio Diamante
Der Weinberg Poggio Diamante liegt zentral, im Herzen der Hauptanlage der Weinberge von Marchesi Gondi im Gebiet Sottomonte, mit süd-südwestlicher Ausrichtung. Er wurde im Jahr 2000 ausschließlich mit Sangiovese neu bestockt, mit 4.000 Stöcken je Hektar, in Cordonerziehung mit Zapfenschnitt. Der Name rührt von seiner Gestalt her, die einer Diamantspitze gleicht, deren vielfältige Facetten dem Sangiovese zu höchster Eleganz verhelfen.
Dieser Weinberg, Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals von der Ururgroßmutter der heutigen Eigentümer angelegt, hat sich über die Jahrhunderte durch die Vortrefflichkeit und Eleganz seines Sangiovese ausgezeichnet. Diese Vorfahrin, die Französin Marie Carmes de Labrugiére, kam als Witwe aus Châteauneuf-du-Pape und brachte das französische Know-how auf das Gut. Sie begann, einen Chianti im burgundischen Stil zu erzeugen, der auf der Pariser Weltausstellung von 1889 – dem Jahr, in dem der Eiffelturm errichtet wurde – eine Reihe von Auszeichnungen errang.
Der Sangiovese erreicht in diesem Weinberg florale Noten von roter Rose und Veilchen, dazu fruchtige Anklänge von Kirsche sowie Gewürznoten. Ein einzigartiger Wein von außergewöhnlicher Langlebigkeit. Das Gerüst des Weinbergs besteht nämlich aus Galestro, Kalksedimenten und Tonen. Daraus erwachsen große Tannine und eine Frische, die dem Wein eine Langlebigkeit von mehr als 25 Jahren ermöglichen.
Weinberg · III
Pietra Viva
Dieser Weinberg mit Cabernet Sauvignon liegt in der Hauptanlage der Weinberge von Marchesi Gondi im Gebiet Sottomonte, mit süd-südwestlicher Ausrichtung. Ein Teil wurde 1985 mit 3.000 Stöcken je Hektar in Bogenerziehung umveredelt, ein weiterer Teil 2003 mit 4.000 Stöcken je Hektar in Cordonerziehung mit Zapfenschnitt gepflanzt. Er trägt die Besonderheit des Terroirs des Chianti Rufina, einen Boden reich an Mineralien, Galestro, Kalksedimenten und Tonen. In dieser Parzelle besteht das Bodengerüst nahezu ausschließlich aus Galestro, und aus diesem Grund wird sie „Pietra Viva“, lebendiger Stein, genannt. Hier scheinen die weiß und grau schimmernden Galestro-Felsen Tag für Tag zu entstehen und zu wachsen. Diesen Eigenschaften verdankt der Cabernet Sauvignon einen stärker vom Terroir geprägten Geschmack: Er lässt einen Teil der vegetalen Noten zurück und gewinnt eine strengere, markantere Struktur. Hier treten vermehrt Noten dunkler Früchte wie Brombeere und Heidelbeersaft hervor, dazu süße Gewürze wie Kardamom und Zimt. Der Name des Weinbergs ist zugleich eine historische Anspielung: Die Gattin von Antonio Gondi, dem Vertrauten Katharinas von Medici, hieß Marie Catherine de Piervive.